Projektportfolio

Vom Pilot zum Campusnetz

Zwölf Module bilden ein System. Jedes Projekt muss Rechte, Nachfrage, Finanzierung, Betreiber und messbare Wirkung nachweisen.

Portfoliologik

Die Reihenfolge ist wichtiger als die Zahl der Ideen.

Neuberg benötigt zunächst Daten, Räume und Governance. Danach folgen Programme mit überschaubarem Risiko. Erst erfolgreiche Piloten rechtfertigen größere bauliche und institutionelle Schritte.

1

Prüfen

Rechte, Zustand, Nachfrage, Partner und regulatorische Grenzen.

2

Sichern

Nutzungsvertrag, Budget, Betreiber, Verantwortliche und Exit.

3

Pilotieren

Kleines Format mit realen Kunden und vollständigem Betrieb.

4

Messen

Belegung, Kosten, Zufriedenheit, Ortswirkung und Konflikte.

5

Skalieren

Nur bewährte Module erhalten größere Flächen und Kapital.

Grundlagen

Ohne diese drei Projekte bleibt alles spekulativ.

Die Grundlagen schaffen keine spektakulären Bilder, aber sie entscheiden, ob das Gesamtprojekt handlungsfähig wird.

Startprojekt

Neuberg Development Office

Neutrale Umsetzungsstelle für Datenraum, Förderkalender, Partnersuche, Projektsteuerung und Monitoring.

Nachweis: Mandat, Jahresbudget, veröffentlichter Arbeitsplan
180–300 Tsd. €
indikatives Jahr 1
Audit

Gebäude- und Leerstandsaudit

Eigentum, Nutzung, technische Systeme, Denkmalschutz, Brandschutz und kurzfristige Aktivierbarkeit.

Nachweis: Flächenkatalog 6 / 12 / 36 Monate
Prüfbudget
nach Umfang
Wohnen

Wohnungs-Upgrade

Zehn bis zwanzig bezugsfertige Einheiten für Lehrende, Fellows, Mitarbeiter und Familien.

Nachweis: Mustereinheit, transparente Kosten, Belegungsvereinbarung
10–20
Einheiten in 2 Jahren
Flaggschiffe

Die sichtbaren Projekte beginnen klein und professionell.

Jedes Flaggschiff besitzt einen klaren ersten Schritt, der innerhalb vorhandener Räume und überschaubarer Budgets erprobt werden kann.

Schloss

Pilot Wing

Ein zusammenhängender Bereich mit Atelier oder Seminarraum, Gemeinschaft, fünf bis zehn Zimmern bzw. Wohnungen und minimalen Betriebsflächen.

Investitionsrahmen indikativ 0,8–2,5 Mio. EUR; nur nach Bauaudit.
Academy

Classical Painting

Zwei bis drei Meisterklassen à zwei Wochen, 15 bis 24 Teilnehmer je Kurs, internationale Fakultät und Abschlussausstellung.

Erster Nachweis: 36–60 Teilnehmerwochen.
Heritage

Research Centre

Baugeschichte, Archiv, Denkmalpflege, Klosterforschung und digitale Dokumentation als Kooperationsplattform.

Erster Nachweis: Arbeitsraum, Datenserver, jährlicher Call.
Residency

Artist & Writer Fellows

Vier bis acht Fellows pro Durchgang, zwei bis acht Wochen, öffentliche Präsentation und dokumentiertes Ergebnis.

Ganzjährige Präsenz mit geringer Infrastruktur.
Craft

Heritage Craft School

Kalk, Holz, Stein, Metall und historische Gebäudetechnik an realen Objekten und in Kooperation mit Betrieben.

Erster Nachweis: Werkstattwoche und Partnerbetrieb.
Digital

Digital Heritage Lab

3D-Scan, Photogrammetrie, digitale Raumkarten und verständliche Vermittlung für Forschung und Öffentlichkeit.

Erster Nachweis: dokumentierter Bauteil oder Raum.
Abhängigkeiten

Kein Projekt funktioniert allein.

Akademien brauchen Räume, Wohnungen, Mobilität und Hausverwaltung. Forschung braucht Datenzugang und Partner. Wohnungs-Upgrade braucht reale Nachfrage. Das Portfolio wird daher als Betriebssystem geplant.

Daten & RechteAudit, Verträge, Denkmalschutz
RäumeAtelier, Zimmer, Arbeit, Gemeinschaft
ProgrammeAcademy, Research, Residencies
ServicesMobilität, Buchung, Verpflegung
WirkungNächte, Jobs, Wohnungen, Wissen
Schloss Neuberg als möglicher Campusbaustein
Die dargestellten Nutzungen sind Konzeptvorschläge und setzen Flächenrechte sowie Bauaudit voraus.
Ergänzende Module

Infrastruktur macht aus Einzelereignissen einen Ort.

Diese Projekte sind weniger sichtbar, aber für längere Aufenthalte und einen verlässlichen Jahresbetrieb entscheidend.

Mobility

Campus Shuttle

Zwei Kleinbusse, feste Anreisetage, Transfers ab Mürzzuschlag und gebündelte Fahrten zwischen Ortsteilen und Programmpunkten.

Hospitality

Boutique Network

Gemeinsame Qualitäts-, Buchungs- und Servicelogik für bestehende Unterkünfte statt eines einzigen neuen Großhotels.

Quiet

Health & Quiet Campus

Nicht-medizinische, reizreduzierte Aufenthalte mit klarer Trennung zu regulierten Gesundheitsleistungen und ohne Heilversprechen.

Nature

Learning Landscape

Kuratiertes Netz aus Orten, Wegen, Archiven und Beobachtungsformaten zu Wasser, Wald, Karst und Kulturlandschaft.

Economy

Remote Fellows & Teams

Strukturierte Arbeitsaufenthalte mit Arbeitsplatz, Wohnung, Essen, Natur und fachlichem Austausch.

Silver Economy

Barrierearmes Wohnen

Wohnungen, ambulante Dienste, Gemeinschaftsräume und generationenübergreifende Programme ohne romantisierte Betreuung.

Jahresrhythmus

Wenige verlässliche Formate statt eines überfüllten Eventkalenders.

Der Jahreskalender verteilt Programme auf Sommer, Nebensaison und Winter. Dadurch werden Unterkunft, Räume und Personal planbarer.

Frühjahr

Research & Fieldwork

  • Hochschulprojekte
  • Bauaufnahme
  • Citizen Science
  • Fellowship-Wochen
Sommer

Academies

  • klassische Malerei
  • Musik und Performance
  • Naturakademie
  • öffentliche Präsentationen
Herbst

Craft & Teams

  • Handwerkswochen
  • Foundation-Module
  • Remote Teams
  • Neuberg Forum
Winter

Focus & Reflection

  • kleine Seminare
  • Schreibaufenthalte
  • Forschung
  • Adventformate
Projektlandschaft Neuberg
Die Projekte nutzen bestehende Orte und Landschaften als verbundenes System.
Entscheidungsregel

Ein Projekt wird nicht wegen seiner Idee priorisiert, sondern wegen seines nächsten belastbaren Nachweises.

Rechte, Betreiber, Nachfrage und Betrieb sind die vier Tore.

Jedes Projektprofil wird jährlich aktualisiert. Ein Modul darf pausieren oder beendet werden, ohne die Gesamtvision zu gefährden. So wird aus dem Masterplan kein starres Versprechen, sondern ein lernendes Portfolio.

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